Der «Volltreffer» im Weiterbildungsmarkt

Das Bedürfnis nach einer anerkannten Weiterbildung zur Praxisausbilderin, beziehungsweise zum Praxisausbilder, war vorhanden. Aber dass nach zwei Jahren Existenz dieser neue Abschluss sich nicht nur in der Branche etabliert hat, sondern im Weiterbildungsmarkt sogar zu einem «Renner» wurde, hat alle positiv überrascht. Oder etwa doch nicht?

(Bild: Fotolia) Praxisausbilderinnen und -ausbilder: Voller Einsatz beim individuellen Begleiten und Beraten von Berufsleuten.

(Bild: Fotolia) Praxisausbilderinnen und -ausbilder: Voller Einsatz beim individuellen Begleiten und Beraten von Berufsleuten.

Eine der wachsenden Anforderungen in der Aus- und Weiterbildung: Das individuelle Begleiten und Beraten von Menschen. Dafür kann man sogar einen anerkannten Abschluss erwerben. Seit zwei Jahren ist es nun möglich, mit einer 14 Tage dauernden Ausbildung als Praxisausbilder/in anerkannt zu werden. Das Angebot erfreut sich einer steigenden Nachfrage.

Die meisten Ausbildenden sind auf das gesamtschweizerisch anerkannte «SVEB-Zertifikat Kursleiter/in» angewiesen, da es die Aus- und Weiterbildungsinstitute in der Regel verlangen, um einen Lehrauftrag zu erteilen. Das SVEB-Zertifikat Kursleiter/in bildet Fundament und Einstieg in die Erwachsenenbildung in der Schweiz. 44’000 sind in dessen Besitz.

Volltreffer – Bedürfnis erkannt, grosse Nachfrage
Nun gibt es also eine interessante Alternative, beziehungsweise zusätzliche Lösung: Vor rund zwei Jahren hat der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB das «SVEB-Zertifikat Praxisausbilder/in» lanciert – eine Ausbildung für Personen, die individuelle Lernbegleitungen durchführen. Damit hat man ein Bedürfnis erkannt und mit diesem Angebot voll ins Schwarze getroffen. Der neue Lehrgang spricht Fachpersonen an, die Lernende, Studierende oder Mitarbeitende individuell begleiten und beraten. So können sich beispielsweise Bildungsfachpersonen im Gesundheitsbereich oder an Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen optimal für ihre Funktion qualifizieren. Wer in der Berufsbildung Einzelpersonen betreut oder neue Mitarbeitende einführt, wird von diesem Angebot ebenso profitieren.

Wichtige Impulse bekommen
So auch die Baslerin Beatrice Lippuner, die Menschen mit einer Sehbehinderung hilft, sich in einer neuen Arbeitswelt zu integrieren: «Vom Bauer bis zur Uni-Professorin, vom Handwerker bis zu Ingenieuren. Für alle Sehbehinderten ist die Herausforderung einer Wiedereingliederung oder Integration ins Arbeitsleben gross. Die Integration in die Arbeitswelt ist wichtig und braucht viel Training und Unterstützung. Damit dieses Coaching weiter professionalisiert werden konnte, habe ich mich bei der Lernwerkstatt Olten als Praxisausbilderin weitergebildet. Bei diesem Lehrgang habe ich neue Impulse bekommen. Praxisnahe und sehr konkrete. Diese kann ich nun Eins-zu-Eins in meinem Arbeitsalltag erfolgreich anwenden». Nebst den inhaltlichen Mehrwerten profitierte die  begeisterte Stadtführerin (unter anderem auch bei Basel Tourismus) vom regen Erfahrungsaustausch, den vielen Gesprächen und heute noch vom Netzwerk der anderen Teilnehmenden.

Im «SVEB-Zertifikat Kursleiter/in» steht indes der Gruppenunterricht im Fokus. Zum Erlangen des «SVEB-Zertifikats Praxisausbilder/in» muss hingegen eine mindestens zweijährige Praxiserfahrung in der Lernbegleitung Erwachsener (Einzel-/Zweier-Unterricht) im Umfang von mindestens 150 Stunden nachgewiesen werden. Maximal ein Drittel dieser Stunden kann Bildungsarbeit mit Gruppen ab drei Teilnehmenden sein. Die Praxiserfahrung bildet kein Zulassungskriterium und kann auch erst nach Abschluss des Lehrgangs nachgewiesen werden.

JoW

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