«Frau Doktor, alles was ich anschaue sehe ich verzerrt»

    Ratgeber: augenpraxis smartlook – Teil 1

    (Bilder: zVg) Die alterbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine sogenannte Ausfallerscheinung der Sehzellen der Makula (= Sehzentrum)

    Häufigkeit der drei grössten Augenerkrankungen, die zu einer Sehbehinderung führen (Demographische Daten aus Deutschland):

    • Altersabhängige Makula-Degeneration (Spätstadien): 0,58% (ca. 480.000 Betroffene)
    • Altersabhängige Makula-Degeneration (Frühstadien): 8,38 % (ca. 6.938.000 Betroffene) (= Glaukom (= grüner Star): 1,11% (ca. 919.000 Betroffene)
    • Diabetische Retinopathie: 1,53% (ca. 1.267.000 Betroffene, was 21,7% der Personen mit bekanntem Diabetes entspricht)

    Die Makuladegeneration (AMD) gilt in den westlichen Industrieländern als die häufigste Ursache für stark beeinträchtigende Sehstörungen bzw. für den Funktionsuntergang des Netzhautzentrums (= Zentrum mit dem man liest, fixiert und mit nur diesem man eine 100% Sehkraft erreichen kann).

    Das Alter – wie der Name vermuten lässt – ist einer der nicht beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entwicklung einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Doch neben dem Alter gibt es auch Risikofaktoren für eine AMD, die mittlerweile beeinflussbar erscheinen. Ob eine altersbedingte Makuladegeneration entsteht, hängt neben der erblich bedingten Veranlagung auch von individuellen Faktoren ab. Für die Ursache, die zur Entwicklung einer AMD führt, gibt es klar definierte Risikofaktoren, die eine Makuladegeneration fördern: So erhöht beispielsweise das Rauchen das AMD-Risiko. Als weitere mögliche Ursachen, die für die Entwicklung der altersbedingten Makuladegeneration gelten Arteriosklerose, hoher Blutdruck, die Einwirkung von UV-Licht sowie eine zu geringe Konzentration von Betakarotinoiden im Blut. Das heisst: die Makula (auch gelber Fleck genannt) ist der Teil des schärfsten Sehens und erhält ihre Farbe durch die Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin. Diese wirken wie eine «natürliche Sonnenbrille», die das kurzwellige Licht in der Netzhautmitte filtern und somit die Makula vor zu starker Lichteinwirkung schützen. Zudem haben diese Substanzen eine antioxidative Wirkung und tragen so zum Schutz der empfindlichen Sehzellen bei. Verschiedene Beobachtungen sprechen dafür, dass die Konzentration an diesen makulären Pigmenten mit zunehmendem Lebensalter und bei AMD-Patienten abnimmt. Darüber hinaus gibt es Hinweise dafür, dass ein niedriger Gehalt an makulärem Pigment mit einem erhöhten Risiko für eine AMD einhergehen kann. Ebenso zeigte sich, dass eine erhöhte Zufuhr an Lutein und Zeaxanthin das makuläre Pigment wieder anreichern kann.

    Viele Patienten fürchten sich davor, gänzlich blind zu werden, wenn man ihnen die Diagnose der AMD mitteilt.
    Obwohl die altersbedingte Makuladegeneration mit einem fortschreitenden Sehverlust einhergeht, ist auch im Spätstadium nicht mit einer völligen Erblindung zu rechnen. Viele Patienten behalten eine recht gute Sehkraft ihr ganzes Leben lang.

    Patienten mit einer fortschreitenden und fortgeschrittenen Makuladegeneration verlieren das zentrale Sichtfeld ( «gerade da, wo ich genau hinschaue, sehe ich nichts scharf»), aber behalten meist ihr peripheres seitliches Gesichtsfeld, sodass sie häufig keine Schwierigkeiten haben, sich noch in ihrer Umgebung zu orientieren. Allerdings verlieren die betroffenen in der Regel ihre Lesefähigkeit, und haben Schwierigkeiten Leute zu erkennen und Verkehrschilder zu sehen. Somit führt dies letztendlich auch zu einem Verlust der Fahrtauglichkeit.

    Autofahrer mit einem Frühstadium der AMD berichten oftmals, dass sie nachts Probleme mit dem Nachtsehen haben (zunehmende Nachtblindheit).

    Die Häufigkeit der alterbedingten Makuladegeneration nimmt mit steigendem Lebensalter jedoch zu. Meist ist zunächst nur ein Auge von der AMD betroffen. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen erkrankt nach wenigen Jahren auch das zweite Auge. Bei ca. ein Prozent aller Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren liegt die Erkrankung im Endstadium vor; im Alter zwischen 75 und 84 Jahren sind es fünf Prozent.

    Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht im Frühstadium keine Sehstörungen. Der Augenarzt sieht im Makulabereich Auffälligkeiten am Augenhintergrund, die sogenannten Drusen, die Einlagerungen von gelb-weisslichen, rundlichen Stoffwechselabbauprodukten entsprechen. Im Spätstadium kommt es zu einer zunehmenden massiven Sehverschlechterung.

    In unserer Praxis häufig gestellte Fragen:

    Kann man etwas gegen eine AMD machen?
    Geheilt werden kann die AMD-Erkrankung nicht, sie führt aber nicht zur vollständigen Blindheit. Einige therapeutische Ansätze können die Progression verzögern und die Sehkraft verbessern, abhängig davon, in welchem Stadium die Erkrankung diagnostiziert wird und ob es sich um eine trockene oder feuchte Form handelt.

    Kann ich mit einer AMD noch lesen?
    Die AMD kann Verzerrungen der fixierten Stelle, blinde Flecken oder zu komplettem zentralen Sehverlust führen.
    Glücklicherweise behalten die meisten Patienten ihr peripheres Gesichtsfeld und sind somit in der Lage, sich meist problemlos in der Umgebung orientieren zu können.
    Bei den meisten Patienten mit Makuladegeneration können vergrössernde Sehhilfen (Lupen, Brillen, Lesegläser, Teleskope, Fernrohre, Bildschirm-Lesegeräte) wenigstens vorübergehend eine grosse Lesehilfe sein.

    Dr. Eva Vrbka

    Teil 2 des AMD-Ratgebers erscheint in der nächsten Ausgabe


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